ÖPNV-Förderung 2025: Rund 83 Millionen Euro für den öffentlichen Personennahverkehr in Unterfranken

010 - 06.02.2026

ÖPNV-Förderung 2025: Rund 83 Millionen Euro für den öffentlichen Personennahverkehr in Unterfranken

Würzburg – Die Regierung von Unterfranken förderte im Jahr 2025 den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Unterfranken mit einer Summe von rund 83 Millionen Euro. Die vom Bayerischen Landtag bereitgestellten Mittel wurden für Investitionen in neue Fahrzeuge, vergünstigte Schülerfahrkarten, ÖPNV-Infrastrukturmaßnahmen sowie zur Ausweitung von Verbundstrukturen eingesetzt. Die Förderung kommunaler Projekte zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs erfolgte über Zuweisungen an Landkreise und kreisfreie Städte. Einen erheblichen Anteil konnte zudem den Ausgleichsleistungen mit Blick auf das Deutschland-Ticket zugeschrieben werden. Durch die Einführung des Deutschland-Tickets zum 1. Mai 2023 und des Bayerischen Ermäßigungstickets zum 1. September 2023 konnte die Attraktivität des ÖPNV dank des deutschlandweit gültigen Tarifsystems erheblich gesteigert werden. Mit den bereitgestellten Geldern wurde der daraus resultierende Einnahmerückgang der Verkehrsunternehmen ausgeglichen.

Um sicherzustellen, dass Verkehrsunternehmen und -verbünde keine finanziellen Einbußen erleiden, übernehmen Bund und Freistaat Bayern jeweils die Hälfte der auf das Deutschlandticket zurückgehenden tariflichen Mindereinnahmen. Die zusätzlichen Ausgleichsleistungen für das Ermäßigungsticket zur Preisabsenkung um 20 Euro gegenüber dem Preis des Deutschlandtickets werden vollständig vom Freistaat Bayern getragen. Als Ausgleich für die durch die Tickets verursachten Mindereinnahmen erhielten die betroffenen Unternehmen im Jahr 2025 Ausgleichsleistungen in Höhe von 35,506 Millionen Euro.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: „Ein leistungsfähiger und attraktiver öffentlicher Personennahverkehr ist zentral für nachhaltige Mobilität! Unser Ziel bleibt ein flächendeckender ÖPNV im ländlichen Raum und genügend Kapazitäten in den Ballungsräumen. Wir investieren daher in Infrastruktur, fördern Innovation und stärken den ÖPNV in Stadt und Land.“

Regierungspräsidentin Dr. Susanne Weizendörfer unterstreicht: „Die Förderung von rund 83 Millionen Euro ist ein starker Beitrag zu einem leistungsfähigen öffentlichen Personennahverkehr in Unterfranken. Der neue Nahverkehrsverbund Mainfranken, die Modernisierung der Busflotten sowie die Finanzierung des Ausbildungsverkehrs und weiterer Angebote verbessern die Mobilität im Alltag der Menschen in unserer Region spürbar und nachhaltig.“

Der Freistaat Bayern unterstützt die Umstellung der Busflotten im öffentlichen Personennahverkehr auf umweltfreundlichere Antriebe. Dabei liegt der Schwerpunkt der Busförderung auf sogenannten „Klimabussen“. Es werden insbesondere emissionsarme („saubere“) und emissionsfreie Antriebe berücksichtigt. Mit 5,375 Millionen Euro förderte die Regierung von Unterfranken die Anschaffung von 50 neuen Niederflurlinienbussen für den öffentlichen Personennahverkehr. Von diesen Fahrzeugen werden acht rein elektrisch betrieben. Der finanzielle Mehraufwand der alternativen Antriebstechnologien kann zusätzlich mit Bundesmitteln und – sollte eine Bundesförderung erfolglos bleiben und Mittel auf Landesebene verfügbar sein - mit Finanzmitteln des Freistaates Bayern unterstützt werden. Dadurch konnte acht Mal eine Förderung für antriebsbedingte Mehrkosten gewährt werden.

Insgesamt investierten die unterfränkischen Unternehmen mehr als 15 Millionen Euro netto für die 50 neuen Busse, die sämtlich den Anforderungen der Barrierefreiheit entsprechen.

Der Ausbildungsverkehr bleibt weiterhin eine wichtige Säule der ÖPNV-Finanzierung. Für den Verkauf vergünstigter Zeitfahrkarten an Schüler, Studenten und Auszubildende entstehen den Verkehrsunternehmen regelmäßig Mindereinnahmen. Diese werden durch entsprechende Ausgleichszahlungen von den kommunalen Aufgabenträgern (Landkreise und kreisfreie Städte) ausgeglichen. Um diese zu unterstützen, erhalten sie vom Freistaat eine pauschale Finanzhilfe anhand der Parameter Fläche, Schüler- und Studierendenzahl sowie Nutzwagenkilometer. In Summe erhielten die Aufgabenträger im Jahr 2025 Hilfen für den Ausbildungsverkehr in Höhe von 13,981 Millionen Euro.

Rund 10,196 Millionen Euro wurden den unterfränkischen Landkreisen und kreisfreien Städten als sogenannte ÖPNV-Zuweisungen ausgezahlt. Diese Zuweisungen werden von den Landkreisen und den kreisfreien Städten, denen die Aufgabenträgerschaft für den allgemeinen ÖPNV obliegt, nach eigenem Ermessen für Zwecke des allgemeinen ÖPNV verwendet. Sie sind ein finanzieller Ausgleich für die Planung, Organisation und Sicherstellung des öffentlichen Personennahverkehrs in den Kommunen und werden überwiegend für Verkehrsverbesserungen, Linienerweiterungen, Linienverdichtungen und Verkehrskooperationen eingesetzt. Die Höhe der ÖPNV-Zuweisung richtet sich einerseits nach strukturellen Parametern (Höhe der Einwohnerzahl sowie die Fläche), andererseits nach leistungs- und angebotsbezogenen Parametern. Dazu gehören die finanziellen Aufwendungen für den allgemeinen ÖPNV und die allgemeine finanzielle Leistungsfähigkeit der ÖPNV-Aufgabenträger. Außerdem wird der Parameter der ÖV-Güte herangezogen - ein Parameter zur Bewertung der Qualität des allgemeinen ÖPNVs auf Grundlage der durchschnittlichen Erschließung der Bevölkerung mit entsprechenden Verkehrsmitteln. 

Zum 1. Januar 2025 startete der neue Nahverkehrsverbund Mainfranken (NVM). Dieser löste den vormals für das Gebiet der Landkreise Würzburg, Kitzingen und Main-Spessart sowie der Stadt Würzburg geltenden Verkehrsverbund Mainfranken (VVM) ab und weitete das Verbundgebiet somit über die Landkreise Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld, Haßberge und Schweinfurt sowie die Stadt Schweinfurt aus. Der NVM stellt mit einer Fläche von über 7.000 Quadratkilometern und rund einer Million Menschen den drittgrößten Verkehrsverbund in Bayern dar. Zum offiziellen Festakt am 9. Januar 2025 überreichte Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) hierzu die symbolische Fördertafel über insgesamt 3,2 Millionen Euro. 

Diese Förderung umfasst zum einen die zum Verbundstart anfallenden verbundintegrationsbedingten investiven Maßnahmen im allgemeinen öffentlichen Personennahverkehr (aÖPNV), wie beispielsweise die Aufrüstung von Vertriebs- und Haltestelleneinrichtungen, Fahrgastinformationssysteme sowie ein einheitliches Design von Fahrzeugen und Haltestellen. Weiterhin werden die Aufgabenträger bei investiven Maßnahmen zur Umstellung der Vertriebsinfrastruktur im Schienenpersonenverkehr (SPNV) unterstützt. Die Förderung schließt außerdem den Ausgleich von verbundintegrationsbedingten Durchtarifierungs- und Harmonisierungsverlusten (DHV) sowie anfallenden verbundbedingten Mehrkosten im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) auf dem Gebiet der Landkreise Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und Schweinfurt sowie der Stadt Schweinfurt ein.

Zur Vorbereitung dieser Verbundintegration bewilligte die Regierung von Unterfranken den Landkreisen Bad Kissingen, Haßberge, Rhön-Grabfeld und Schweinfurt sowie der Stadt Schweinfurt (sog. Planungsregion 3) bereits im Jahre 2019 eine Förderung für die Grundlagenstudie zur verkehrlichen und wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit einer Integration dieser Gebietskörperschaften in den Verkehrsverbund Mainfranken (VVM). Durch den gewährten Fördersatz von 90 % übernimmt der Freistaat Bayern die finanzielle Hauptlast der Grundlagenstudie im Rahmen der Eckpunkte zur Förderung von Verbundintegrationen im Freistaat Bayern. Den im Verbund integrierten Aufgabenträgern wurden mit Schlussbescheid insgesamt knapp 1,910 Millionen Euro gewährt.

Nach dem Start des Nahverkehrsverbund Mainfranken (NVM) wurde zum 01.08.2025 das bereits im Altverbund (VVM) bestehende 365-Euro-Ticket auf das gesamte Verbundgebiet ausgeweitet. Mit dem 365-Euro-Ticket können Schüler und Auszubildende im gesamten Verbundgebiet für 365 Euro im Jahr auf allen Bus-, Straßenbahn und Schienenstrecken ganztägig mobil sein. Die durch diese Netzkarte verursachten Mindereinnahmen werden zu zwei Dritteln vom Freistaat Bayern und zu einem Drittel von den ÖPNV-Aufgabenträgern im Verbundgebiet getragen. Der Anteil des Freistaats für den allgemeinen ÖPNV betrug im Jahr 2025 rund 8,718 Millionen Euro. Auch Schüler und Auszubildende aus dem Landkreis Haßberge profitieren von dem 365-Euro-Ticket VGN. Die Abwicklung erfolgt hier jedoch über die Regierung von Mittelfranken, da der VGN seinen Schwerpunkt in Mittelfranken hat.

Mit rund 2,49 Millionen Euro unterstützte die Regierung von Unterfranken im Rahmen des Förderprogramms Ergänzender Nahverkehrsangebote zur Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum mit bedarfsorientierten Bedienformen des allgemeinen ÖPNV insgesamt 14 Projekte. Neben klassischen Rufbusverkehren werden eine Vielzahl sog. „On-Demand-Verkehre“, welche die Nutzer des ÖPNV auf deren Wunsch flexibel befördern, gefördert. Mittlerweile sind flexible Bedarfsverkehre fast in allen Landkreisen Unterfrankens etabliert. Die beiden Teillinien der landesbedeutsamen Buslinie „Der Coburger“ (800 und 810) erhielten eine Förderung von 2,1 Mio. Euro.

Um die Digitalisierung und Vernetzung im ÖPNV voranzutreiben, fördert der Freistaat Bayern in 2025 zwei Projekte in Unterfranken mit einer Zuwendung in Höhe von rund 70.000 Euro.

Ein Anteil von rund 1,63 Millionen Euro wurde für die Förderung von ÖPNV-Infrastrukturmaßnahmen ausgezahlt. Damit wurden Bau und Ausbau bzw. die Errichtung von zentralen Busbahnhöfen und Haltestelleneinrichtungen, Omnibusbetriebshöfen, Park-and-Ride- bzw. Bike-and-Ride-Anlagen, rechnergesteuerten Betriebsleitsystemen sowie dynamischen Fahrgastinformationssystemen unterstützt. Die Mittel stammen aus dem bayerischen Staatshaushalt und werden vom Bayerischen Landtag zur Verfügung gestellt.