In den „Summenden Dörfern“ beginnt die Forschung: Forscher-Team baut erste Messgeräte auf

012 - 03.03.2026

In den „Summenden Dörfern“ beginnt die Forschung: Forscher-Team steht in den Startlöchern und baut erste Messgeräte auf

Würzburg/Bischofsheim (ruf) – Im Projekt „Summende Dörfer“ der Universität Würzburg und des Biodiversitätszentrums Rhön startet die Forschung nach dem Winter nun wieder durch. Das Forscher-Team steht in den Startlöchern und baut nach der Schneeschmelze die ersten Messgeräte auf. In diesem Jahr gibt es einiges zu tun, um der Vielfalt der Insekten, insbesondere Wildbienen, in den Dörfern in der Rhön und in Mainfranken auf den Grund zu gehen.

In allen teilnehmenden 40 Dörfern werden fünf typische Lebensräume von Insekten erneut untersucht: Grünflächen, wie Spielplätze oder Parks, Brachflächen am Dorfrand oder auf unbebauten Grundstücken, Haus- und Bauerngärten sowie Friedhöfe. Aber auch angelegte Blumenbeete stehen im Fokus: Welche Insekten nutzen nicht nur die blühenden Nahrungsressourcen, sondern profitieren auch von zusätzlichen Nistplätzen?

Das Forschungsteam der Universität Würzburg ist dafür nicht nur mit dem Kescher unterwegs, sondern baut verschiedene Erfassungsgeräte auf. Dazu gehören Farbschalen zur Beobachtung der Insektenaktivität, sogenannte Eklektor-Fallen zur Erfassung schlüpfender bodenlebender Insekten sowie Temperatur- und Feuchtigkeitsmessgeräte. Das kann bei manchen zu Fragen führen, denn plötzlich stehen in den Dörfern kleine „Zelte“ mit seltsamen runden Aufsätzen oder Stangen, an denen weiße, gelbe und blaugefärbte Schüsseln hängen – gefüllt mit Flüssigkeiten, in denen Insekten schwimmen. 

Bis Ende Oktober wird das Forscher-Team mit seinen Messgeräten in den Dörfern unterwegs sein. Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, die Geräte nicht anzufassen – sonst könnten die Daten durcheinandergeraten. „Genau hinschauen ist aber durchaus erlaubt. Man kann spannende Geräte entdecken und sehen, wie Forschung direkt vor der Haustür mitten im Dorf funktioniert“, sagt Dr. Fabienne Maihoff, Projektleiterin bei der Universität Würzburg.

Die gesammelten Daten werden im Anschluss mit den Ergebnissen aus den Vorjahren verglichen. So lässt sich nachvollziehen, wie sich die Insektengemeinschaft in den Dörfern im Laufe der Zeit verändert hat, und ob sich Maßnahmen zur Förderung von Insekten ausgezahlt haben. 


Forschungsprojekt „Summende Dörfer" 

Das Forschungsprojekt „Summende Dörfer" wird im Auftrag des Biodiversitätszentrums Rhön vom Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie an der Universität Würzburg durchgeführt. Weitere Informationen zum Projekt und wildbienenfördernden Maßnahmen unter https://www.dorfbienen.biozentrum.uni-wuerzburg.de/SecondPhase.aspx

Anlage: 2 Bilder und 1 Karte

Bild 1: Farbschalen zur Erfassung der Aktivität von Fluginsekten. Durch die blauen, weißen und gelben Schalen wird eine Reihe unterschiedlicher Insekten angezogen. Mit dieser Methode erhalten die Forscher einen standardisierten Überblick über die Vielfalt der Arten. (Foto: Universität Würzburg/Sonja Schulze)

Bild 2: Mirjam Goldbach und Maximilian Dotzauer, Bachelor-Studenten der Universität Würzburg, installieren Eklektoren an Staudenflächen in Erlach, um bodenlebende Insekten nach ihrem Schlupf zu erfassen. (Foto: Universität Würzburg/Fabienne Maihoff) 

Karte: Mit einem Punkt versehene Dörfer nehmen am Forschungsprojekt „Summende Dörfer” teil. (Quelle: Biodiversitätszentrum Rhön)
 

Das Biodiversitätszentrum Rhön mit Sitz in Bischofsheim in der Rhön beschäftigt sich mit der Förderung der biologischen Vielfalt in den bayerischen Mittelgebirgen. Als Bindeglied zwischen Forschung und Praxis entwickelt das Zentrum modellhafte Projekte zur Steigerung der Biodiversität. Gemeinsam mit den Bewirtschaftern erprobt es praxistaugliche und übertragbare Handlungskonzepte und bereitet wissenschaftliche Erkenntnisse für die Fachwelt und Öffentlichkeit auf. Damit leistet das Biodiversitätszentrum einen Beitrag zur Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie und trägt zum Aufbau und Schutz des europäischen ökologischen Netzes „Natura 2000“ mit seinen Arten und Lebensräumen bei.
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